Westfälische Straße 33
Berlin

1993 - 1994

Nutzfläche mod.: ca. 1800 m²

Nutzfläche neu: ca. 460 m²

 
  Entwurf

Der Entwurf umfaßt die Modernisierung eines Berliner Mietshauses aus dem Jahre 1902 mit dem Ausbau bzw. Neubau zweier großzügiger Dachgeschoßwohnungen. Anspruchsvolle Detailausbildung und die Herstellung einer Grün-Dach-Landschaft sowie ein hoher Glasanteil führen zu hohen Anforderungen auch an die Tragkonstruktion. Die Baudurchführung erfolgte in voll bewohntem Zustand. In Anlehnung an die Nachbarbebauung erhält das neue Dach einen mittenbetonenden Risalit mit weit vorkragendem Dach als Spannbetonkonstruktion auf schlanken Stahlstützen. Es „schwebt“ über einem Lichtschlitz, der denAbschluß der aufgehenden Wände bildet. An den Seiten bleibt die alte Dachfläche erhalten. Dies führt zu einer eindeutigen Zonierung der übergreifenden Innenräume. Beiderseits des Treppenhauses werden Einschnitte vorgenommen, die das Licht weit in die Wohnung führen. Von hier führt eine Treppe auf das oberhalb gelegene Sonnendeck in der Grün-Dach-Landschaft. Die Lichtführung ist auch bestimmendes Element der Hinterhausfassade als Glasschirm mit Deckenausstieg.

Tragwerk

Brandschäden der Holzbalkendecken und dem Dach aus dem 2.Weltkrieg erfordern umfangreiche Verstärkungen bzw. Austausch von Holzbauteilen. Sonderkonstruktionen aus Spannbetonhohldielen kommen für den großen Wohnraum zur Anwendung, der ein Dach als begrünte Dachterrasse erhält. Dieses „schwebt“ auf schlanken Stahlverbundstützen über einem umlaufenden „Lichtschlitz“. Die gestörte Dachscheibenebene muß durch aufwendige Verbände ausgesteift werden.

Zusammenspiel

Die hohe Detailqualität in der Bauausführung wurde erreicht durch die enge Kooperation zwischen Planern und ausführender Firma. Frühzeitige und enge Zusammenarbeit zwischen Architekt und Ingenieur und die überdurchschnittliche Planungstiefe führten im Endergebnis zu einer reibungslosen und für alle Beteiligten erfolgreichen Baudurchführung. (Bauherrenpreis der LBS: „Das goldene Haus“, 1996)